Cross in Diekirch: Interviews mit den Topfavoriten der Espoirs-Kategorie

Cross in Diekirch: Interviews mit den Topfavoriten der Espoirs-Kategorie

Am morgigen Sonntag finden im Rahmen des bekannten « EUROCROSS 2010 », die nationalen Meisterschaften in Diekirch statt (<a href="index.php?site=news_comments&nationale-meisterschaften-im-rahmen-des--eurocross--in-diekirch&newsID=550">mehr lesen</a>). Für Spannung ist sicherlich beim Espoirs-Rennen gesorgt. Sport50 hat sich mit den 4 Topfavoriten unterhalten.

<img src="images/news-pics/553_1267284509.jpg" border="0" align="left" style="padding:4px;float:left;" alt="" />Interview mit dem 21-jährigen Pol Mellina vom Celtic Diekirch, der sich diese Mitfavoriten-Rolle durch eine starke Hallensaison verdient hat.
Sport50: Hast du dir deine Cross-Saison folgendermaßen vorgestellt?
Meine Wintersaison war eigentlich eher kurz, weil ich insgesamt an nur 2 Veranstaltungen im Freien teilgenommen habe. Das war allerdings nicht so vorgesehen, jedoch zwang mich eine Verletzung im Dezember dazu, etwas kürzer zu treten. Ich konnte jedoch gute Resultate in der Halle feiern und somit entschied ich mich meine Saison eher auf der Piste fortzusetzen. Die beiden „Crosse“, bei denen ich angetreten war, dienten einzig und allein der Vorbereitung.
Sport50: Was sind deine Erwartungen von dem Rennen?
Ich bin mir dessen bewusst, dass es ein ganz schwieriges Rennen wird, einerseits vom Streckenprofil her und andererseits von der nationalen, sowie der internationalen Konkurrenz. Mein Rennen wird gemeinsam mit deren der Junioren stattfinden, wobei letztere jedoch eine Runde weniger laufen müssen.
Sport50: Wer sind die Favoriten für dich? Zählst du dich auch dazu?
Es gibt sicherlich mehrere Personen auf den Titel. In meinen Augen ist Christian Molitor der Topfavorit, da er seit Jahren unbesiegt in seiner Altersklasse ist. Der „Cross” ist seine Spezialität und eine solch schwere Strecke, wie hier in Diekirch, liegt ihm besonders. Aber auch Yannick Lieners und Laurent Devalet schätze ich als sehr stark ein und es wird schwer werden um sie zu besiegen. Doch wir kennen uns alle gut untereinander und treten schon seit mehreren Jahren gegeneinander an.
Die schwierige Strecke ist nicht unbedingt ein Vorteil für mich. Trotzdem gebe ich mein Bestes und versuche meine Chance zu nutzen. Die Form stimmt auf jedem Fall.
Sport50: Ist es für dich ein besonderes Gefühl vor eigenem Publikum zu laufen? Motiviert das zusätzlich?
Natürlich ist es etwas ganz Spezielles, dass dieses Rennen vor den Augen des eigenen Publikums stattfindet. Dies gibt einem noch einen zusätzlichen Motivationsschub. Auch die ganze internationale Aufmachung um den Eurocross herum ist immer wieder eine weitere Herausforderung. Aus persönlicher Sicht hoffe ich, dass die Celtic-Athleten im Allgemeinen gut abschneiden und dass wir die Interklub-Titel, die wir uns als Ziel gesetzt haben sowohl bei den Männern als auch bei den Frauen, gewinnen können.

<img src="images/news-pics/553_1267284920.jpg" border="0" align="left" style="padding:4px;float:left;" alt="" />Interview mit dem 21-jährigem Triathlet Yannick Lieners, der in Diensten des C.A. Beles an diesem Wochenende an den Start geht.
Sport50: Wie sieht es mit deiner körperlichen Verfassung aus?
Momentan fühle ich mich noch ein wenig platt, da ich mich bis Dienstag noch ernsthaft im Training befand. Auch in der vergangenen Woche absolvierte ich noch einen Lehrgang in Frankreich für meine Triathlon-Saison und spüre dessen Nachwirkungen ein wenig. Jedoch stimmt die Form und jetzt steht Ruhe auf der Tagesordnung.
Sport50: Du bist ja nun eher ein Triathlet. Spornen dich die Cross-Meisterschaften jedoch noch immer an?
Natürlich sehe ich die Cross-Meisterschaft noch immer als absolutes Highlight an. Sie ist neben dem Indoor-Triathlon (am 13 März 2010 in der Coque, die Redaktion) die zweite große Herausforderung meiner Wintersaison. Als eigentlicher Läufer aus der Leichtathletik, fühle ich mich noch immer sehr wohl und heimisch bei solchen Rennen
Sport50: Wer sind für dich die Favoriten auf den Meistertitel?
Es ist mir klar, dass es aller Voraussicht einen Vierkampf zwischen Pol, Christian, Laurent und mir geben wird. Persönlich sehe ich Pol Melina als ersten Anwärter auf die Spitzenposition wegen seiner hervorragenden Ergebnisse auf der Piste. Natürlich spielt der Titelverteidiger Christian Molitor auf jeden Fall zum engsten Favoritenkreis. Auch Laurent Devalet sollte man auf der Rechnung haben. Schafft er es bis gegen Ende den Anschluss zu halten, wird er sicherlich eine entscheidende Rolle auf die Podiumsplätze spielen.
Sport50: Inwiefern liegt dir die Strecke?
Die Strecke gefällt mir eigentlich. Jedoch muss ich sagen, dass mir dieser steile Anstieg nicht gerade sehr entgegenkommt. Ich bevorzuge eher wenig giftigere Anstiege. Außerdem hoffe ich auf Regen. Dadurch bekommt die Strecke einen schlammigen Untergrund. Dieser Fakt kommt natürlich meinem Laufstil erheblich entgegen. Doch vor allem sollte man abwarten wie sich das Rennen insgesamt entwickelt. Ob es nun ein schnelles oder eher ein langsames und taktisches Rennen wird, bleibt abzuwarten. Auf jeden Fall freue ich mich darauf.

<img src="images/news-pics/553_1267285033.jpg" border="0" align="left" style="padding:4px;float:left;" alt="" />Interview mit dem Diekircher Lokalmatadoren und Titelverteidiger Christian Molitor, der schon eins ums andere Mal den Meistertitel für sich einheimste.

Sport50: Bist du mit deiner jetzigen Form zufrieden?
Persönlich sehe ich mich momentan nicht auf meinem absoluten Zenit. Ich habe in dieser Cross-Saison 09/10 an keinem Event teilgenommen und weiß nicht wie ich in Konkurrenz zu den anderen stehe. Auf jeden Fall habe ich die im Training vorgegebenen Zeitkriterien nicht ganz erfüllt.
Sport50: Wie lautet dein jetziges Fazit deiner Wintersaison?
Eigentlich bin ich im diesem Winter etwas kürzer in Punkto „Cross“-Saison getreten. Diese Meisterschaften sind ja eigentlich erst mein erstes Rennen. Ich nahm am Transalpine-Run teil, welcher einige Tage über 240 km durch die Alpen führte. Dieser „Ausflug” hat mir jedoch sehr gut gefallen.
Außerdem war ich am Start des „Ultra Trail Uewersauer“ Mitte November. Jedoch musste ich die 50.1 zu laufenden Kilometer schon früh wegen Krämpfe aufgeben. Dies ist mir bis dato noch nie in meiner Karriere passiert.
Sport50: Sprechen wir nun vom Streckenprofil. Entspricht es deinen Erwartungen?
Ja ich bin sehr zufrieden mit der Strecke selbst. Auch der Bonus, dass es in den letzten Tagen viel geregnet hat, spielt mir natürlich in die Karten. Ich mag es, wenn die Strecke ein wenig glitschig und schlammig ist. Auch wegen des steilen Anstiegs wird es schwer sein, einen konstant schnellen Lauf-Rhythmus zu halten. Dies wird einigen Läufern Schwierigkeiten bereiten. Auch die Distanz von 7500 m liegt mir, obwohl es ganz und gerne noch ein wenig weiter hätte sein können.
Sport50: Wer streitet sich deiner Meinung nach um die Podiumsplätze?
Da kommen für mich die üblichen Verdächtigen in Frage. Eigentlich gehe ich als Favorit in dieses Rennen, jedoch habe ich einige Widersacher. Pol Melina kann mit seinen langen Beinen große Schritte machen. Wohingegen ich Laurent (Devalet) und Yannick (Lieners) als ähnliche Lauftype wie mich selbst ansehe. Beide besitzen eine enorme Kraft in ihren Beinen. Insgesamt freue ich mich aber auf dieses Rennen, denn es gab noch in diesem Jahr keine Gelegenheit, wo dieser „Mehrkampf” zwischen uns stattfand. Es wird auf jedem Fall sehr spannend.

<img src="images/news-pics/553_1267285097.jpg" border="0" align="left" style="padding:4px;float:left;" alt="" />Interview mit dem 21-jährigem Fola-Läufer Laurent Devalet, der das nationale Gesamtranking in seiner Kategorie anführt.

Sport50: Wie sieht es in Punkto Form bei dir aus?
Also meine Form ist nicht gerade famos. Ich kenne kleine Verletzungssorgen mit meiner Hüfte. Hinzu kommt noch, dass ich mich hauptsächlich in den letzten Wochen auf meine Schule konzentrieren musste und dadurch das Training größtenteils vernachlässigt wurde. Trotzdem bin ich den Umständen entsprechend mit meiner Fitness zufrieden. Sportlich gesehen befinde ich mich auf der Höhe, nur auf dem psychischen Plan plagt mich die Müdigkeit ein wenig.
Sport50: Was hältst du vom Streckenprofil?
Von der Strecke selbst habe ich nichts auszusetzen. Ich rechne damit, dass wir auf schlammigem Boden laufen müssen und es gibt einige steile Abschnitte. Das schnelle Anlaufen in diesen Passagen mag ich besonders und gehört auch zu meinen Stärken.
Sport50: Wie lautet deine Prognose zum Rennen?
Ehrlich gesagt, sehe ich mich dieses Jahr nicht auf dem Podest, da meine Konkurrenten besser trainieren konnten als ich. Für mich zählt eigentlich mehr der Spaß und wenn es wie gesagt nicht zu einem Podiumsplatz reichen sollte, sehe ich dies nicht als Beinbruch an. Doch ich werde es meinen Mitläufern sicherlich nicht einfach machen, da ich wirklich sehr hartnäckig bin und allemal die nötige Motivation dafür besitze. Nur in Punkto Training sehe ich mich ein wenig benachteiligt.